In(FINI)te Möglichkeiten: Nachhaltige Ansätze in der individuellen Bildeinrahmung

Von Zulfadhli Hilmi, Tru Vue International Museum & Conservation Liaison für Südostasien und Ozeanien

Bei der Erkundung der Kunstszene in Australien hatte ich die Gelegenheit, einige der innovativsten Köpfe der Einrahmungsbranche kennenzulernen. Ein Einrahmer, der in der Fachwelt als Synonym für museale Einrahmung gilt, ist FINI frames in Melbourne, das derzeit von den Brüdern Jason und Chris Pennings geleitet wird. Der Vorbesitzer, John Pandolfini, entwickelte in enger Zusammenarbeit mit einer der führenden Institutionen Australiens, der National Gallery of Art in Canberra, ein modulares Rahmungssystem. Dies ist eine Geschichte über Nachhaltigkeit.

Alle Museumsfachleute wissen, dass Nachhaltigkeit derzeit eines der am intensivsten diskutierten Themen ist. Die Einzigartigkeit jeder Ausstellung, jedes Museumsobjekts und jeder maßgefertigten Displays bedeutet oft, dass diese nach dem Ende der Ausstellungsdauer keine weitere Verwendung finden. Wir stehen nun an einem Wendepunkt, an dem wir die Langlebigkeit von Präsentationen und die ökologische Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigen müssen. Der Erhalt unseres kulturellen Erbes und der Umweltschutz müssen synchron diskutiert werden. Vor diesem Hintergrund entwickelte FINI frames in Zusammenarbeit mit der National Gallery Australia sein proprietäres Backloading-System.

Eine Strategie zur Erhöhung der Wiederverwendbarkeit von Rahmen in Museen besteht darin, Standardformate zu schaffen. Ähnlich wie bei unbespannten Leinwänden arbeiten Künstler in der Regel innerhalb bestimmter Größen und Formate. Obwohl es immer Abweichungen gibt, weicht das Format eines Bildes meist nicht allzu weit von gängigen Standards ab. Dennoch ist bei der Erstellung eines Rahmens oft ein gewisses Maß an individueller Anpassung erwünscht. Da FINI frames dies erkannte, arbeitete das Unternehmen intensiv am Backloading-System (Rückeneinlegesystem) der Rahmen. Zu den Anforderungen gehörten Wiederverwendbarkeit, einfache Handhabung und Flexibilität.

Abb. 1: Federgelagerte Ecken eines FINI-Rahmens

Nach mehreren Iterationen entwickelte FINI sein proprietäres Backloading-System aus Aluminium. Aluminium wurde gewählt, da es leicht und korrosionsbeständig ist und selbst nach mehrfachem Gebrauch eine hohe strukturelle Integrität aufweist. Sobald ein Kunstwerk positioniert ist, wird es mit einem Aluminiumrahmen gesichert, der an den Ecken über ein Federsystem verfügt. Dies sorgt für Sicherheit und reduziert den Bedarf an archivgerechten Montageklebebändern erheblich, was wiederum den Materialverbrauch bei der Rahmenherstellung minimiert.

Abb. 2: Sobald ein Kunstwerk positioniert ist, wird es mit einem Aluminium-Innenrahmen gesichert.
Abb. 3: Die Rahmenecken sind mit einem Federsystem ausgestattet.
Abb. 4: Das Kunstwerk wird gesichert und durch die federgelagerten Ecken von FINI in Position gehalten.

Einer der Hauptvorteile des FINI-Rahmens ist die Möglichkeit der Fernrahmung. Hochwertige Kunstwerke müssen für die Einrahmung nicht extra in die Werkstatt geschickt werden. Beispielsweise muss ein Kunstwerk in Singapur nicht den weiten Weg nach Melbourne zurücklegen, um von FINI gerahmt zu werden. Das Museum kann FINI die erforderlichen Maße und Spezifikationen für die Rahmen übermitteln. FINI fertigt diese in der eigenen Werkstatt an und versendet sie nach der Fertigstellung. Dies reduziert den logistischen Aufwand für den Transport der Kunstwerke sowie die damit verbundenen Risiken erheblich. Das Kunstwerk kann zudem direkt vor Ort im Museum gerahmt werden. Der Rahmen ist nach dem „Plug-and-Play“-Prinzip konstruiert, sodass die Museumstechniker die Rahmung der Kunstwerke selbst vornehmen können.

Diese einfache Handhabung hat dazu geführt, dass FINI frames zum Inbegriff für modulare Museumsrahmen geworden ist. Die meisten großen Institutionen in Australien kennen diesen Rahmungsstil mittlerweile als „The FINI frame“. Darüber hinaus erfüllt FINI frames die strengen Standards für Konservierung und Archivierung im Museumsbereich. Jeder Teil eines FINI-Rahmens ist wiederverwendbar, austauschbar und reparierbar.

Neben der Einrahmung engagiert sich FINI frames auch stark in der Kunstförderung. Das Unternehmen ist ein Hauptsponsor eines der neuesten Kunstfestivals Australiens, Photo Australia. Kürzlich war FINI frames für die Produktion der Outdoor-Kunstinstallationen der Photo '24 in Melbourne, Victoria, verantwortlich.

Nan Goldins Kunstwerk vor dem Australian Centre for Moving Image (ACMI)

Tru Vue ist stolz darauf, FINI Frames als einen seiner Markenbotschafter in Australien zu haben. Als Vorreiter der konservatorischen Einrahmung in Australien deckt sich FINIs Arbeitsweise mit der Tru Vue-Philosophie, Produkte von höchster Qualität mit Langlebigkeit anzubieten. Nachhaltigkeit oberste Priorität.

Über die Autorin

Zulfadhli Hilmi

Tru Vue International Museum & Conservation Liaison für Südostasien und Ozeanien

Zulfadhli Hilmi ist der International Museum and Conservation Liaison für Südostasien und Ozeanien mit Sitz in Singapur. Er erwarb seinen Bachelor in Soziologie und Kunst-/Kulturmanagement an der Singapore Management University sowie einen Master in Südostasienwissenschaften an der National University Singapore. Bevor er 2021 zu Tru Vue kam, war Hilmi als Kurator an der National Gallery Singapore und im ArtScience Museum tätig. Er kuratierte zudem unabhängig RE/FORM/ING Patani im Rahmen der Bangkok Biennial 2018, die eine beachtliche Rezension auf der Titelseite der Bangkok Post erhielt, sowie „Of Place and A Paradox“ im NUS Museum. Hilmi pflegt ein starkes Forschungsinteresse an modernen und zeitgenössischen Kunstpraktiken.

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