Von Virginia Whelan, freiberufliche Textilkonservatorin
Optium Museum Acrylic® Ein Rahmen ist sowohl dekorativ als auch funktional; er lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Kunstwerk und bietet Schutz vor mechanischen Einwirkungen sowie Umwelteinflüssen. Mit ein paar Anpassungen kann fast jeder ältere Holzrahmen – ob historisch, original zum Kunstwerk gehörend oder anderweitig erworben – für eine archivgerechte Wiederverwendung angepasst werden, sodass er sowohl konservatorischen als auch ästhetischen Ansprüchen gerecht wird.
In dieser Fallstudie wünschte der Kunde, dass sein fast 200 Jahre altes Textil, ein Kupferdruck auf Leinwandgewebe, in seinem vorhandenen Rahmen und mit dem alten Glas verbleibt, obwohl beide ursprünglich nicht zusammengehörten. Das geschnitzte, vergoldete Holzprofil besaß eine wunderschöne Alterspatina, und das alte Glas verlieh dem Objekt Charakter.
Um den vorhandenen Rahmen für die konservatorische Wiederverwendung zu adaptieren, wurde der Falz vertieft und eine Platte Optium Museum Acrylic® hinter das Glas eingefügt. Das Optium Museum Acrylic® schützt das Textil vor schädlicher UV-Strahlung sowie vor physischen Schäden bei Glasbruch. Dank seiner interferenzoptischen Entspiegelung bleibt es im Einrahmungspaket zudem nahezu unsichtbar. Der schrittweise Prozess ist unten dokumentiert.
Konservierung des Textils
Umrüstung des Rahmens
APOYOnline wurde 1989 gegründet und ist eine gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, die Kommunikation, den Austausch und die berufliche Weiterentwicklung im Bereich der Denkmalpflege in Amerika sowie in portugiesisch- und spanischsprachigen Ländern zu fördern. Teilnehmer aus vielen Fachgebieten, Altersgruppen und Erfahrungsstufen vertraten bedeutende Institutionen der Region, wie Universitäten, nationale Forschungszentren, Bibliotheken, Archive, Museen und Kulturministerien sowie freiberufliche Restauratoren und Sponsoren.
Die Konferenz fand im Centro de Formación de la Cooperación Española (AECID), im historischen Zentrum von La Antigua statt. Die Themen der viertägigen Veranstaltung waren Risikobewertung, Notfallvorsorge sowie Reaktion und Bergung nach Katastrophen. Das Programm umfasste Präsentationen und Workshops mit theoretischen Modulen, praktischen Übungen und Notfallübungen, die von einem Expertenteam aus Brasilien, Kolumbien und den USA geleitet wurden.
Die Teilnehmer präsentierten 13 Fachvorträge, die Themen wie das Notfallmanagement in historischen Gebäuden, Fallstudien zur Notfallplanung, Lehren aus Überschwemmungen und die Sicherung von Denkmälern nach Erdbeben behandelten. Die Postersitzung umfasste 20 Beiträge zu Notfallplänen in Archiven und Museen sowie zur Bergung von Kulturgütern nach Wasser- und Erdbebenschäden.
Montagefolge
Die Experten für Prävention aus Kolumbien, David Cohen (Fundación Erigae) und Mario Omar Fernández (Universidad de los Andes), leiteten Schulungen zum Risikomanagement. Zunächst erläuterten sie die Grundsätze einer erfolgreichen Risikobewertung, bevor sie die Teilnehmer zu einer Besichtigung des Centro de Investigaciones Regionales de Mesoamérica (CIRMA) führten. Dort konnten die Teilnehmer ihr neues Wissen anwenden und in Gruppen potenzielle Risiken an der Gebäudehülle sowie in den Archiven und Bibliotheken identifizieren. Das Team des CIRMA ermöglichte den Teilnehmern einen tiefen Einblick in die Arbeitsbereiche und Depots, um Herausforderungen bei der Erhaltung von Archivbeständen in historischen Gebäuden zu diskutieren.
Beatriz Haspo, Managerin von APOYOnline, und Alan Haley, Spezialist für Konservierung an der Library of Congress, organisierten zusätzliche Workshops zu Kommunikationsstilen, Problemlösung und Teamarbeit. Sie leiteten Präsentationen zur Notfallreaktion und zur Bergung wassergeschädigter Materialien, die in einer Bergungsübung gipfelten. In Rollenspielen übten die Teilnehmer die Organisation der Bergung von nassen und verschmutzten Materialien, wie sie typischerweise in Bibliotheken, Museen und Privatsammlungen vorkommen. Dabei wurden Bücher, Papierarbeiten, Pergamente, Fotografien, Keramiken, Metalle und Textilien bearbeitet, um die gewonnenen Erkenntnisse später in ihren eigenen Institutionen umsetzen zu können.
Dokumentation der Arbeiten
Die Kennzeichnung verwendeter Archivmaterialien ist entscheidend. Ein handschriftliches Etikett auf der Rückseite der Textilmontage und das auf der Staubschutzabdeckung angebrachte Optium Museum Acrylic®-Label informieren künftige Besitzer darüber, wann und wie das Textil gerahmt wurde und welche Materialien zum Einsatz kamen.
Das fertige Ergebnis! Das Textil ist nun fachgerecht montiert, vor UV-Licht geschützt und in seinem ursprünglichen, jetzt konservatorisch optimierten Rahmen samt Originalglas präsentiert.
Über die Autorin
Virginia Whelan
Freiberufliche Textilkonservatorin / Inhaberin von Filaments Conservation Studio – Merion, PA
Virginia Jarvis Whelan ist eine freiberufliche Textilkonservatorin und Inhaberin des Filaments Conservation Studio mit Sitz in Merion, Pennsylvania. Ihre Dienstleistungen umfassen Beratung, Untersuchung, Identifizierung, Dokumentation und konservatorische Behandlung von historischen Stickereien und feinen Textilien. Zu ihren Kunden zählen Museen, Geschichtsvereine, historische Hausmuseen und Privatpersonen. Sie erwarb 1978 ihren BA an der University of Pennsylvania und 1997 ihren MS in Kunstkonservierung im Winterthur/University of Delaware Programm.
Zu den von ihr konservierten Textilien gehören George Washingtons Zelt aus dem Revolutionskrieg und seine 13-Sterne-Seidenflagge des Oberbefehlshabers, amerikanische Stickarbeiten aus dem 18.th, 19.th, und 20.thJahrhundert, Regimentsfahnen aus dem Bürgerkrieg sowie politische Kampagnenbanner des 19thJahrhunderts. Virginia ist Mitglied der Art Conservators Alliance und Fellow des American Institute for Conservation of Historic and Artistic Works (AIC).
