Von Teresa Moreno, stellvertretende Restauratorin und Leiterin des operativen Bereichs, und Jannelle Weakly, leitende kuratorische Fachkraft der Fotosammlung am Arizona State Museum (ASM) der University of Arizona.
Die Arizona State Museum (ASM) auf dem Gelände der University of Arizona (UA) in Tucson hat eine Initiative ins Leben gerufen, um eine der bedeutendsten Sammlungen anthropologischer Fotodokumente in Amerika zu bewahren. Die Sammlung dokumentiert 13,000 Jahre menschlicher Besiedlung, Erfindungsgeist und künstlerisches Schaffen im Südwesten Amerikas. Die derzeitigen Lagerungs- und Umweltbedingungen in den historischen Gebäuden des Museums setzen die hochsensiblen Fotomedien einer unmittelbaren und ständigen Gefahr des Verfalls aus. Jannelle Weakly, Kuratorin der ASM-Fotosammlung, und Teresa Moreno, stellvertretende Restauratorin und Leiterin des operativen Bereichs, haben sich zusammengeschlossen, um diese dringende Herausforderung der Konservierung anzugehen, und gemeinsam mehrere Förderanträge zur Unterstützung ihrer Initiative verfasst. Zuletzt kuratierten Weakly und Moreno gemeinsam eine Ausstellung von ASM-Fotografien, um die Aufmerksamkeit auf die Sammlung, ihre Erhaltungsbedürfnisse und die Pläne des Museums zu deren Bewältigung zu lenken.
Die frühesten Fotografien der Sammlung stammen aus den späten 1880er-Jahren. Sie halten die Begegnungen der Kolonialzeit und das akute nationale Interesse an den Völkern und Kulturen der Region zu einer Zeit fest, als die Vereinigten Staaten auf dem Höhepunkt ihrer Erkundung und Expansion nach Westen waren. Die Sammlung chronikiert die Arbeit prominenter Pionier-Gelehrter sowie wegweisende Ausgrabungen und ethnologische Studien, die für die Entwicklung der Disziplinen der amerikanischen Archäologie und Anthropologie von zentraler Bedeutung waren. Fotografien, die während einer frühen ASM-Ausgrabung an der Mammut-Fundstelle in Naco (9500 v. Chr.) aufgenommen wurden, zeigen Clovis-Speerspitzen, die in fossilisierten Mammutknochen eingebettet sind, und dokumentieren die frühe menschliche Besiedlung der Region. Historische und zeitgenössische ethnologische Fotografien beleuchten die reichen und vielfältigen traditionellen Lebensweisen von über dreißig staatlich anerkannten Stämmen.
Der Fotobestand des ASM umfasst mehr als eine halbe Million Abzüge, Negative und Transparente sowie mehr als 250 Kinofilme, die eine visuelle Dokumentation der beständigen Kulturen, Traditionen und Technologien der indigenen Völker des Südwestens von der fernen Vergangenheit bis zur Gegenwart bieten. Das Spektrum der in der Sammlung vertretenen Fotomedien bringt vielfältige Herausforderungen für die Konservierung mit sich. Glasplattennegative weisen Anzeichen von Silberspiegelbildung auf. Bei Silbergelatineabzügen zeigen sich rissige Emulsionen, Oberflächenabrieb und Substanzverluste. Photogravüren sind durch die Montage auf säurehaltigen Sekundärträgern verfärbt. Chromogene Farbabzüge zeigen Anzeichen von allgemeinem Ausbleichen der Farbstoffe sowie Kratzer, Fingerabdrücke und Oberflächenstaub. Dies sind nur einige Beispiele für die vorhandenen Schäden. Die Hauptursache für einen Großteil des Verfalls ist jedoch die Belastung durch instabile und extreme Umweltbedingungen.
Im Jahr 2018 wurde die nationale Bedeutung der Sammlung des American Society of Museum (ASM) gewürdigt, als dem Museum ein „Save America’s Treasures“-Stipendium (SAT) zur Unterstützung eines Bauprojekts zur Schaffung klimatisierter Lagerräume für die Sammlung bewilligt wurde. Die SAT-Förderung des National Park Service (NPS), verwaltet vom Institute of Museums and Library Services (IMLS), ist mit einem „Sustaining Cultural Heritage Collections“-Implementierungsstipendium (SCHC) der National Endowment for the Humanities (NEH), Abteilung für Bewahrung und Zugang, verbunden, das ebenfalls 2018 vergeben wurde. Ein vorheriges NEH-SCHC-Planungsstipendium aus dem Jahr 2014 ermöglichte es Weakly und Moreno, gemeinsam mit Experten für Konservierung und Umwelt des Image Permanence Institute (IPI), Energiemanagern des UA Facilities Management sowie Architekten und Ingenieuren des in Tucson ansässigen Architekturbüros GLHN Architects & Engineers, Inc. einen Entwurf für ein Multiklimalager mit Kühl-, Gefrier- und Tiefkühlbereichen zu entwickeln.
Die ASM-Ausstellung mit dem Titel Rettung eines amerikanischen Schatzes: Eine unvergleichliche Sammlung anthropologischer Fotografien besteht aus vier verschiedenen Installationen über einen Zeitraum von zwei Jahren und erläutert die Erhaltungsziele des ASM. Die für die Ausstellung ausgewählten Fotografien umfassen sowohl weithin bekannte Bilder als auch selten gezeigte Werke. Einige Fotografien wurden ausgewählt, weil sie spezifische Beispiele für physikalischen, chemischen oder biologischen Verfall liefern. Die übergeordnete Absicht der Ausstellung ist es nicht nur, den herausragenden Inhalt der Sammlung hervorzuheben, sondern die Besucher auch über die Herausforderungen der Konservierung zu informieren, die durch instabile Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, Schadstoffe, Staub sowie unkontrollierte Lichteinwirkung entstehen, und Maßnahmen aufzuzeigen, die Museen zur Milderung dieser Risiken ergreifen können. Als Zeichen der Unterstützung für die Ziele des Museums, die Sammlung sowohl zugänglich zu machen als auch zu bewahren, stellte Tru Vue® eine Sachspende in Form von UltraVue® Laminated Glass (Verbundglas) für die Fertigung der Ausstellungsvitrinen zur Verfügung, um die empfindlichsten Fotografien zu schützen – eine weitere präventive Maßnahme zur Rettung dieses amerikanischen Kulturschatzes.
Sehen Sie sich dieses Video an, um mehr über die amerikanischen Schätze im Arizona State Museum zu erfahren.
