Das Design der neuen Vitrinen für die Gemälde von Sebastiano del Piombo basiert auf einer Studie, die sich auf zwei wesentliche Kriterien konzentriert:
- Die Konservierung der Gemälde in Gehäusen, die das Werk sowohl vor mechanischen Einwirkungen als auch vor mikroklimatischen Schwankungen schützen.
- Die Wahrung des Ausstellungskonzepts, das ursprünglich von dem Architekten und Museologen Franco Minissi entworfen wurde.
Die bestehenden Vitrinen bestehen aus einem Metallrahmen, der fest im Boden verankert ist. Die oberen Rahmenelemente sind an einer röhrenförmigen Metallstruktur befestigt, die in Form eines Kreuzgratgewölbes ausgeführt ist. Die Gemälde sind in diese Rahmen eingesetzt und werden durch Halterungen sowie eine 10 cm breite Plexiglaseinfassung gesichert.
Unser Konzept
Das Ziel war es, die vorhandenen Strukturen zu nutzen und sie durch Außenelemente aus innovativen Materialien zu ergänzen. So entstanden die sogenannten „Crystal Boxes“, gefertigt aus nahezu unsichtbarem, interferenzoptisch entspiegeltem Acrylglas.
Dasselbe Material wurde bereits für die „Climaboxen“ von zwölf Zeichnungen Leonardo da Vincis sowie für seinen „Kodex über den Vogelflug“ (aus dem Besitz der Königlichen Bibliothek Turin) für eine Wanderausstellung in den USA verwendet. Ebenso kam es bei einem Tafelbild von Beato Angelico (Vatikanische Museen) für eine Ausstellung in Japan zum Einsatz.
Die Umsetzung
Die „Crystal Boxes“ bestehen aus einer unsichtbaren Acrylverglasung mit weißen Methacrylat-Kanten und sind passgenau in die Metallstruktur der vorhandenen Rahmen integriert. Die Montage der Werke erfolgte nach den bereits in der vorherigen Ausstellung angewandten konservatorischen Kriterien. Das Mikroklima wird über miniaturisierte Hochpräzisions-Datenlogger überwacht, die außerhalb der Vitrinen platziert, aber mit ein Meter langen Sonden ausgestattet sind. Die relative Luftfeuchtigkeit wird durch vorkonditioniertes ProSorb stabilisiert.
In den kommenden zwölf Monaten wird eine detaillierte Analyse der Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen innerhalb der Vitrinen sowie in den Ausstellungsräumen durchgeführt, um gegebenenfalls weitere technische Anpassungen vorzunehmen.
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