Von Charbel Saad, Sammlungsleiter der Arab Image Foundation
Seit dem Start ihres hauseigenen Digitalisierungsprojekts im Jahr 2010 widmet sich die Arab Image Foundation (AIF) der präzisen Farb- und Tonwertwiedergabe ihrer Fotosammlung. In den letzten Jahren wurde die Digitalisierung primär mit dem Flachbettscanner Epson Expression 10000XL durchgeführt. Die Digitalisierungsstandards der AIF sehen vor, alle fotografischen Objekte in ihrer Gesamtheit zu scannen, ohne sichtbare Teile wie Rahmen oder Ränder zu beschneiden. Während der Scanner bei den meisten Abzügen das Objekt flach und in Position halten konnte, stellte dies bei Filmnegativen mit starker Rollneigung eine größere Herausforderung dar. Ein Filmhalter ist zwar eine gängige Lösung, kam für uns jedoch nicht infrage, da er die Ränder des Negativs beschnitt. Die Verwendung einer klaren Glasplatte zum Niederhalten löste zwar beide Probleme, schuf jedoch ein neues: Newtonsche Ringe.
Mitte: Scan desselben Negativs, mit einer klaren Glasplatte auf den Scannertisch gedrückt.
Unten: Detailaufnahme des Bildes mit Newtonschen Ringen bei Verwendung der Glasplatte.
Newtonsche Ringe sind Fotografen bereits seit der Zeit der Dunkelkammer ein Begriff. Wie Ansel Adams in seinem Buch The Print feststellte, sind Newtonsche Ringe „konzentrische Ringe unregelmäßiger Form, die den schillernden Mustern eines Ölfilms auf nassem Asphalt ähneln. Sie entstehen durch Interferenzeffekte des Lichts, das innerhalb des extrem kleinen Raums zwischen dem Glas und der Negativbasis reflektiert wird.“
In unserem Fall führte die unmittelbare Nähe zweier glatter Oberflächen – der des Glases und der des Negativs – zu diesen sichtbaren Ringen. Das Team suchte daher nach einer anderen Glasbeschwerung mit einer mattierten Oberfläche, um das Problem zu lösen. Durch die Verwendung von Tru Vue Reflection Control Acrylic konnten wir einen flachen und klaren Scan erzeugen, ganz ohne sichtbare Newtonsche Ringe. Im Gegensatz zu anderen mattierten Platten mit geätzter Oberfläche hinterließ das Tru Vue Produkt keine sichtbare Textur auf dem resultierenden Scan.
Rima Mokaiesh, Direktorin der Arab Image Foundation, bemerkte: „Die Arab Image Foundation schätzt die Partnerschaft mit Tru Vue sehr. Sie unterstützen unsere Arbeit und im weiteren Sinne Museen, Kunstinstitutionen und Erhaltungsinitiativen in der Region auf wunderbare Weise. Wir waren absolut begeistert, einen kreativen Weg zu finden, ihre hochmodernen Produkte in unserer Arbeit mit Negativsammlungen einzusetzen.“
Mitte: Platzierung des Tru Vue Reflection Control® Acrylglases über den Filmnegativen zum Scannen.
Unten: Ideale Reihenfolge der Schichten im Scanner: 1) Durchlichteinheit des Scanners; 2) Tru Vue Reflection Control® Acrylglas; 3) Filmnegativ (Schichtseite nach unten); 4) Scannertisch.
Über die Autorin
Charbel Saad
Sammlungsleiter, Arab Image Foundation
Die Arab Image Foundation ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Sammlung, Bewahrung und Erforschung von Fotografien und anderem visuellem Material aus dem Nahen Osten, Nordafrika und der arabischen Diaspora widmet. Die 1997 in Beirut gegründete Stiftung verfügt über eine Sammlung von mehr als 600,000 Fotografien aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Seit ihrer Gründung hat die AIF in Partnerschaft mit internationalen Museen, Galerien und Kultureinrichtungen 15 Ausstellungen und sieben Publikationen realisiert.
Team der Arab Image Foundation, Beirut, Dezember
2013 © Kassim Dabaji – Mind The Gap
